
Entspannung und Erholung –
Wie Ruhe deinen Geist stärkt
Welche Rolle spielt Technologie dabei?
„Die Technologie, die uns das Leben erleichtern sollte, ist zu einem zweischneidigen Schwert geworden. Wir bombardieren unser Gehirn mit Informationen, vom Aufwachen bis zum Einschlafen“, beobachtet Myklebust. „Die Technologie, die unser Leben vereinfachen sollte, überfordert uns. Ständige Konnektivität und Stimulation können unsere Fähigkeit beeinträchtigen, Gefühle zu verarbeiten und mit Stress umzugehen. Wir sind so bequem geworden, dass wir uns nicht mehr die Zeit nehmen, uns zu langweilen, was es uns erschwert, unsere Emotionen zu kontrollieren“. Myklebust berichtete von aufschlussreichen Forschungsergebnissen, die einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Technologie und sinkenden IQ-Werten aufzeigen: „In Skandinavien beginnt die IQ-Kurve zu sinken, und es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen diesem Trend und unserer Abhängigkeit von technologischen Hilfsmitteln.“Kannst du erklären, wie Langeweile uns helfen kann, unsere Gefühle zu akzeptieren?
„Die Wiederentdeckung des Werts von Langeweile könnte ungenutztes kreatives und emotionales Potenzial freisetzen. Statt sie als unangenehm zu empfinden, sollten wir Langeweile neu definieren – als eine transformative Erfahrung. Sie ist eine Superkraft“, sagte er. „Wenn wir uns langweilen, werden die Bereiche unseres Gehirns aktiviert, die für Kreativität und Problemlösung verantwortlich sind.
Doch in der heutigen Welt voller Ablenkungen fällt es vielen Menschen schwer, Momente der Stille zu schätzen. Myklebust zitierte eine faszinierende Studie, bei der die Teilnehmer lieber schmerzhafte Elektroschocks in Kauf nahmen, als in Stille zu sitzen: „Das sagt viel darüber aus, wie schlecht wir darin geworden sind, allein mit unseren Gedanken zu sein.“
Kann die psychische Widerstandsfähigkeit verbessert werden?
„Der Schlüssel zur Entwicklung mentaler Stärke ist, ähnlich wie beim Aufbau körperlicher Stärke, das Finden des richtigen Gleichgewichts zwischen Aktivität und Ruhe. Genau wie Spitzensportler Erholungsphasen benötigen, um ihre beste Leistung zu bringen, müssen auch wir unserem Gehirn Zeit geben, um Erfahrungen zu festigen und zu verarbeiten. In diesen Pausen bauen wir Konzentration und mentale Stärke auf.“
Um seinen Punkt zu verdeutlichen, verwies Myklebust auf Forschungsergebnisse über Weltklassegeiger:
„Die Besten waren nicht unbedingt diejenigen, die mehr Stunden üben, sondern diejenigen, die besser darin waren, intensives Training mit angemessener Erholung zu kombinieren.“